Was sind denn „seriöse Spiele“?

Im Allgemeinen werden Computerspiele oft als Zeitverschwendung oder als Unterhaltungsmedien abgetan. Es stimmt schon, dass viele Spiele einen reinen Entspannungscharakter besitzen, wobei so manche nervenaufreibenden Aktivitäten der Avatar-Protagonisten schwer mit Entspannung zu verbinden sind.

Doch nicht alle Spiele haben dieses Ziel! Zu nennen sind hier die sogenannten „seriösen Spielen“, die ein edukatives Ziel verfolgen. Das bedeutet, dass das Spiel nicht zum reinen Zeitvertreib, sondern zur Vermittlung von Informationen dienen und den Anwender zu einem bestimmten Themenbereich aufklären soll. Und nicht nur das! Auch eine gezielte Steigerung der Leistungsfähigkeit des Gehirns (der sogenannten exekutiven Funktionen) bis hin zur Verhaltensänderung ist möglich. „Seriöse Spiele“ sind wissenschaftlich fundiert und darauf ausgelegt, nach nur wenigen Spieleinheiten und kurzer Spieldauer, spürbare Veränderungen hervorzurufen.

Zugegebenermaßen ist der Name vielleicht etwas unglücklich gewählt, impliziert er doch dass alle anderen Spiele unseriös oder zumindest minderwertig sein könnten. Zwar gibt es so manche Spiele, die jenseits von Gut und Böse liegen, doch gibt es auch solche, die sich nicht unbedingt in den Bereich der „serious games“ einordnen lassen, aber trotzdem einen wertvollen Beitrag leisten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass seriösen Spiele nicht darauf abzielen, seine Konsumenten dauerhaft an den Computer zu ketten, um immer schwierigere Levels zu knacken und kostenpflichtige Updates zu kaufen. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall. Die Dauer eines seriösen Spiels variiert zwischen 15 und 30 Minuten und die Wirksamkeit (d.h. das Erreichen des Ziels für das das jeweilige Spiel konzipiert wurde) ist nach wenigen, in der Regel nach 5 bis 10, Spielsitzungen erreicht. Somit verleiten seriöse Spiele nicht dazu, mehr Zeit am Computer zu verbringen, da sie zeitlich sehr begrenzt, aber trotzdem erstaunlich wirkungsvoll sind.