Ist es eigentlich schwer sich mit HIV zu infizieren?

Ist es eigentlich schwer sich mit HIV zu infizieren?

by IntelliSex, 15. November 2013

Die Aufklärungsmaschine läuft auf Hochtouren – ziemlich erfolgreich! Viele Jugendliche und Erwachsene wissen mittlerweile welches Verhalten beim Sex Risiken birgt. Aber, wie gefährlich ist es denn eigentlich, wenn man einmal nicht aufpasst? Hier gibt es viele Studien zu, mit ziemlich eindeutigen Zahlen.

Blenden wir einmal alle Geschlechtskrankheiten mit denen man sich infizieren kann (und die man nicht wirklich sein Eigen nennen möchte) aus, und wenden uns ausschließlich den Risiken zu, sich mit HIV zu infizieren. Hier muss natürlich gesagt werden, dass zunächst einmal die Voraussetzung gegeben sein muss, dass der jeweilige Sexpartner Träger von HIV ist. Wenn dies zutrifft, dann hängt das Risiko sich mit HIV zu infizieren vom sogenannten „viral load“ ab, das heißt, die Menge an HIV pro Milliliter Blut. Am Anfang einer Infektion (also kurz danach, wenn man noch keine Symptome hat und auch äußerlich kein Anzeichen einer Krankheit zu erkennen sind) ist der „viral load“ am Höchsten. Im Endstadium der durch AIDS hervorgerufenen Krankheiten, ist der „viral load“ ebenfalls sehr hoch. Jedoch ist dann am äußeren Erscheinungsbild erkennbar, dass der Mensch krank ist, was nicht unbedingt als sexuell anziehend empfunden wird.

Das Risiko sich mit HIV zu infizieren hängt also in erster Linie davon ab, ob der Sexpartner mit HIV infiziert ist. Ist er es nicht (das heißt, hat er sich testen lassen und der Test war negativ) und man benutzt Kondome, dann ist das Risiko pro Geschlechtsakt verschwindend gering, nämlich 1 zu 1.000.000.000 (eine Milliarde). Das sind ziemlich viele Nullen, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich auch schon beim ersten Mal infizieren könnte. Allerdings könnte man das mit der Wahrscheinlichkeit vergleichen im Lotto zu gewinnen. Lässt man bei einem negativ getesteten Partner das Kondom weg, dann steigt das Risiko z.B. auf 1 zu 80.000.000 (80 Millionen). Weiß man nicht, ob der Partner getestet ist, benutzt aber ein Kondom, dann liegt das Risiko bei 1 zu 5.000.000 (5 Millionen). Benutzt man kein Kondom und weiß auch nicht ob der Partner getestet ist, dann liegt das Risiko pro Geschlechtsakt bei 1 zu 100.000. Hat man beim Sex Analverkehr, dann schießt das Risiko nochmals in die Höhe. Benutzt man beim Analsex ein Kondom, weiß aber nicht ob der Partner getestet ist, dann liegt das Risiko bei 1 zu 8.000 und wenn man das Kondom weglässt bei 1 zu 1.500. Ist der Partner jedoch mit HIV infiziert, dann liegt das Risiko sich beim ungeschützten Vaginalsex zu infizieren bei 1 zu 1000 und das Risiko sich beim ungeschützten Analsex zu infizieren bei 1 zu 200.

Als Übersicht also:

HIV Test Kondom Anal Risiko pro Sexakt
negativ ja nein 1 : 1.000.000.000
negativ nein nein 1 : 80.000.000
nein ja nein 1 : 5.000.000
nein nein nein 1 : 100.000
nein ja ja 1 : 8.000
nein nein ja 1 : 1.500
positiv nein nein 1 : 1.000
positiv nein ja 1 : 200

Selbst bei extrem risikoreichen Verhalten muss man sich also nicht zwangsläufig sofort mit HIV infizieren. 1 zu 1.000 oder 1 zu 200 zeigt aber, dass das Risiko ziemlich hoch ist. Wenn man Glück hat, würde man sich z.B. erst beim 132 Sexakt infizieren, wenn man Pech hat aber auch schon beim ersten oder zweiten Mal. Zu wissen, ob ein Partner kürzlich negativ getestet wurde und geschützten Geschlechtsverkehr zu praktizieren, erschwert eine mögliche Infektion also maximal. Natürlich gelten andere Zahlen für andere Geschlechtskrankheiten, so dass der Sexakt immer eine bunte Mischung aus möglichen Infektionen beinhaltet. Als Grundregel bleibt also immer noch aktuell: am besten getestet und geschützt.

(Quelle: Varghese, B. (2001). Reducing the risk of sexual HIV transmission. Quantifying the per-act risk of  HIV on the basis of choice of partner, sex act, and condom use. Sexually transmitted diseases29(1), 38-43. Link zum Artikel)

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