Implizit – Explizit… ehm, bitte?

Implizit – Explizit… ehm, bitte?

by IntelliSex, 21. November 2013

Eine unserer Ideen ist es, dass das zu entwickelnde Online-Spiel sowohl explizite als auch implizite Einstellungen zum Safer-Sex Verhalten anspricht. Aber, was genau sind denn explizite undimplizite Einstellungen… und warum sind diese denn wichtig? Alles gute Fragen!

In der Psychologie bezeichnet man explizites Wissen als dem Bewusstsein zugängliches Wissen. Das heißt, wir wissen, dass wir das wissen. Zum Beispiel wissen wir, dass Berlin wieder die Hauptstadt von Deutschland ist. Dieses Wissen können wir auch mitteilen, also „verbalisieren“ wie der Psychologe sagt. Deshalb ist es „deklarativ“. Analog sind explizite Einstellungen solche, die wir benennen können und von denen wir wissen, dass wir diese haben.

Sogenanntes implizites Wissen ist dem Bewusstsein nur teilweise zugänglich und somit schwer zu verbalisieren. Es ist eher „prozedural“. Wir wissen, zum Beispiel, wie wir Fahrradfahren, können jedoch die fein komponierte Choreografie unserer Muskeln und  beteiligter Organe nicht wirklich benennen (außer, wenn wir diese Vorgänge auswendig lernen würden, was diese dann aber wiederum explizit machen würde – nur so zur Verkomplizierung). Unsere impliziten Einstellungen sind uns demnach nicht wirklich bekannt, da diese ja vom Bewusstsein nur ganz bedingt erkannt werden können.

Aus diesen zugegeben knochentrockenen Definitionen lässt sich demnach ableiten, dass wir, um beim Thema zu bleiben, durchaus explizit z.B. der Auffassung sein können, dass Safer-Sex wichtig ist und wir diesen auch praktizieren möchten. Implizit können wir aber aufgrund früherer Erfahrungen, Werte unserer Freundeskreise, Erziehung, und aus noch ziemlich vielen anderen Gründen mehr, z.B. die Einstellung haben, dass es uncool sein könnte Safer-Sex zu praktizieren oder dass das Infektionsrisiko doch gar nicht so hoch und der Mühe nicht Wert sei. Dann steht sozusagen explizite Aussage gegen implizite Aussage.

In der Hitze des Moments ist die Wahrscheinlichkeit jedoch ziemlich hoch, dass man nicht immer analytisch die Situation reflektiert, sondern sich automatisch mittreiben lässt und den Verstand mal kurz ausschaltet. Ein herrlicher Moment für alle Viren und sonst welche Erreger um ungehindert einen neuen Wirt zu betreten… mit unangenehmen Folgen für den Wirt.

Sind die impliziten Assoziationen zum Thema Safer-Sex jedoch ähnlich den expliziten Assoziationen, z.B. Safer-Sex hält mich gesund, dann wird man sich im Moment der Entscheidung eher daran erinnern, dass es ganz cool sein könnte vielleicht zunächst einmal  ein wenig vorsichtiger zu sein. Ziel des Online-Spiels ist es also, die impliziten und expliziten Assoziationen zum Thema Safer-Sex miteinander zu harmonieren, sodass man sich im Moment der Entscheidung nicht hilflos mittreiben lässt, sondern bewusster entscheiden kann wie man die Situation am besten mitgestaltet.

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