Hilfe! Das Kondom ist gerissen! …Und was nun?!

Hilfe! Das Kondom ist gerissen! …Und was nun?!

by Carolin Muschalik, 15. November 2014

Zunächst einmal: keine Panik! Solltet ihr beim Sex bemerken, dass das Kondom gerissen oder abgerutscht ist, solltet ihr den Geschlechtsverkehr sofort beenden. Zwar kann ein gerissenes Kondom unschöne Folgen haben, wie zum Beispiel eine ungewollte Schwangerschaft oder eine Ansteckung mit HIV. Allerdings gibt es auch einiges, das ihr unternehmen könnt, um Schlimmeres zu vermeiden oder gar zu verhindern. Was genau, werde ich euch im Folgenden erklären.

Risiko: ungewollte Schwangerschaft

Bei einem gerissenen Kondom besteht das Risiko, dass es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt. Das kann selbst dann passieren, wenn der Mann noch keinen Samenerguss hatte – nämlich durch den Lusttropfen, in dem sich bereits Spermien befinden können. Wenn ihr euren Sexpartner nicht oder nur kaum kennt und ihr euch sicher seid, dass ihr keinesfalls ein Kind bekommen wollt, solltet ihr frühzeitig handeln und zwar mit der Pille danach. Die Pille danach ist ein hormonelles Notfallverhütungsmedikament, das die Frau innerhalb von 72 Stunden nach der Panne einnehmen muss. Anders als in anderen Ländern der EU, ist die Pille danach in Deutschland nicht freiverkäuflich in Apotheken erhältlich. Ihr müsst also erst einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen, um euch ein Rezept ausstellen zu lassen. Habt ihr das Rezept erst einmal in der Hand, könnt ihr die Pille problemlos in einer Apotheke abholen und einnehmen. Eine ungewollte Schwangerschaft könnt ihr so mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern.

 

Risiko: Geschlechtskrankheiten

Wie ihr aus unseren vorherigen Beiträgen gelernt habt, werden Geschlechtskrankheiten durch den Kontakt mit den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane und dem Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen. Da es bei einem gerissenen Kondom zu diesem Austausch von Körperflüssigkeiten kommen kann, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Geschlechtskrankheiten. In diesem Falle gibt es leider kein Mittel, dass ihr anwenden könnt, um eine Ansteckung abzuwehren. Allerdings könnt und solltet ihr in den Tagen nach der Panne auf eventuelle Hautveränderungen achten – besonders im Genitalbereich. Die meisten Krankheiten lassen sich nämlich gut behandeln, wenn sie früh genug bemerkt werden.

 

Risiko: HIV-Infektion

Wenn du weißt, dass dein/e Sexpartner/in HIV-positiv hat, dann ist für dich möglicherweise eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) sinnvoll. Eine PEP ist eine meist vierwöchige Therapie mit HIV-Medikamenten, welche die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion verringern kann. Allerdings sind auch Fälle bekannt, in denen es trotz PEP zu einer HIV-Infektion kam. Ob eine PEP in deinem Fall sinnvoll ist, muss eine Ärztin oder ein Arzt entscheiden. Auch hier gilt: möglichst schnell handeln! Eine PEP sollte möglichst innerhalb von 24 Stunden begonnen werden.

 

Fazit: Es gibt also einiges, das ihr machen könnt, um mögliche negative Folgen eines gerissenen Kondoms abzuwehren. Dabei ist schnelles Handeln gefragt! Falls ihr unsicher seid, wendet ihr euch am besten auf schnellstem Weg an einen Arzt, der euch sicher weiterhelfen und all eure Fragen ausführlich beantworten kann.

 

Passt auf euch auf!

 

Bis bald

Eure Caro

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