Darf ich vorstellen: Das Kondom für die Frau!

Darf ich vorstellen: Das Kondom für die Frau!

by Carolin Muschalik, 28. Oktober 2014

Ja, ihr habt richtig gehört! Das Kondom für die Frau. Noch nie davon gehört? Zugegebenermaßen: ich auch nicht! Zumindest nicht, bevor ich mit der Recherche zum letzten Blogeintrag begonnen habe. Daher hier ein paar Fakten zum Verhütungsmittel der etwas anderen Art 🙂

Der Fachbegriff für das Frauenkondom lautet „Femidom“. Zu kaufen gibt es dieses Verhütungsmittel seit 1990, also bereits seit 24 Jahren. Zum Vergleich: das klassische Kondom für den Mann, so wie wir es heute kennen, ist bereits seit 1930 käuflich erhältlich.

Das Femidon ist ein zwischen 17 und 18cm langer „Schlauch“, der im Gegensatz zum klassischen Kondom nicht aus Latex, sondern aus Nitril besteht. Nitril ist ein sehr dünnes, weiches, reißfestes und sich anpassendes Kunststoffmaterial, das die Innenwand der Vagina wie eine zweite Haut bedeckt. Und das funktioniert so:

An beiden Enden besitzt das Femidom einen flexiblen Ring, wobei ein Ende geöffnet und ein Ende geschlossen ist. Der Ring am geschlossenen Ende dient zum Einführen des Femidoms und sorgt dafür, dass es beim Geschlechtsverkehr richtig sitzt. Der Ring am offenen Ende bleibt außerhalb der Vagina und bedeckt die Schamlippen. Da die Funktion und Anwendung des Femidoms unabhängig von der männlichen Erektion sind, kann es schon lange vor dem Geschlechtsverkehr (bis zu 10 Stunden) eingesetzt werden. Nach dem Geschlechtsverkehr wird der äußere Ring ein- bis zweimal gedreht und verschlossen, bevor das komplette Kondom herausgezogen wird. So kommen weder die Samen mit der Scheide in Kontakt, wodurch eine Schwangerschaft verhindert wird, noch kommen die Schleimhäute miteinander in Kontakt, wodurch das Risiko sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, minimiert wird. Und hier wären wir auch schon bei den Vorteilen des Femidoms.

Weitere Vorteile bestehen darin, dass es für Latexallergiker geeignet ist, keinen Eingriff in den körpereigenen Hormonhaushalt der Frau und somit auch keine Nebenwirkungen mit sich bringt (was bei den meisten Verhütungsmittel für die Frau der Fall ist) und kein gynäkologischer Eingriff zum Einsetzen erforderlich ist.

Die Handhabung des Femidoms wird als „anspruchsvoller“ beschrieben, verglichen mit der Handhabung eines normalen Kondoms. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass das Kondom für die Frau weniger verbreitet ist. Doch auch hier gilt: Übung macht den Meister! In seiner Anschaffung ist das Kondom für die Frau mit etwa 4 Euro pro Stück teurer als das normale Kondom und da es nicht im Handel erhältlich ist, muss es bestellt werden. Mit einem Pearl-Index von 5 bis 25 (das heißt, 5 bis 25 von 100 Frauen werden bei Anwendung dieser Methode innerhalb eines Jahres schwanger) hat es eine etwas geringere Sicherheit als das klassische Kondom für den Mann (Pearl-Index 2 bis 12).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Femidom neben dem normalem Kondom das einzige Verhütungsmittel ist, das nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor einer Infektion mit Geschlechtskrankheiten schützen kann. Die Anwendung ist zwar anspruchsvoll, aber kann erlernt werden. Falls ihr weitere Fragen zum Femidom habt, habe ich hier eine schöne FAQ Übersicht für euch zum Stöbern gefunden.

http://www.femidome.de/faq/index.html

Bis bald und passt auf euch auf!

Euro Caro

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